Geschichtliches:

Sölde - Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1176 unter dem Namen "Sulethe"
Danach unterschiedliche Schreibformen wie:
Sulede, Solede, Zulde, Selede, Sold, Solde und nun aktuell " Sölde "

Der Ursprung des Namens ist auf das Grundwort " Sul " (feuchte Niederung)
im Zusammenhang mit der Emscher zu sehen.
Zuerst nur wenige Höfe an der Emscher im sog. " Alten Dorf " -

Im Süden das Waldgebiet am Haarstrang, mit dem Bereich Vellinghausen
( Höfe Freudenberger und Kühl-Haselhoff )
und das heutige "Sölderholz" mit dem "Hixterwald" im Osten und dem "Schwerter-Wald" im Westen.
Um 1860 wurden die Zechen "Margarethe" an der heutigen Schlagbaumstrasse
und "Freiberg" in Rausingen im nordöstlichen Dorfgebiet errichtet.

In diesem Zusammenhang wuchs die Einwohnerzahl in Sölde erheblich, sodass auch im
Sölderholz die Rodungen des Waldgebietes zunahmen.
Bereits in den Jahren 1926 wurden die Zechen im Zuge der Weltwirtschaftskrisen wieder geschlossen.
Nach dem Krieg 1945, setzte mit der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, auch eine vermehrte Bautätigkeit ein.

Insgesamt, hat der Großraum - Sölde seinen liebenswerten, ländlichen Charakter behalten
und ist heute zu einem bevorzugten Wohngebiet innerhalb der Großstadt Dortmund geworden.
Im Zuge der Gebietsreform der 80iger Jahre, wurde der Ortsteil Lichtendorf der sich heute
übergangslos mit dem Ortsteil Sölderholz verbindet, dem Dortmunder Stadtgebiet eingegliedert.

Heute gibt es nur noch ganz wenige Mitbürger , welche die plattdeutsche Mundart noch sprechen -
geschweige leidlich verstehen können.

Vor 80 -100 Jahren, sah dies noch ganz anders aus. Da war Platt noch die allgemeine Umgangssprache
auch hier in der ländlichen Region wie Sölde.

Dat olle Duorp Sölle

An dä graute Straote, wei vandage van Abbelbieck no Unna geiht, liet rächterhand, unnen im Dahl an de Emscherbiecke ,
dat olle Duorp Sölle. Drei Naohms het se füör düet Burenduorp erfu'n: Dä hauchdütschen Wiesepitters nennt et
"Blumen-Sölde" un het alle Straoten no Rausen, Tulpen, Nelken un Narzissen doipet, wielIen dat se keinen örndliken
Misthaupen män ruken wet, un Kauhdriete es schon lange nit män füör iähre sonndagschen Nasen.

Ower es et doch guet, dat jeden Muorgen noch de frischen Piärreküeddels op de Blaumenstraoten ligget; süss vergiätt de
Lü ganz, wo se hiärkommen sind, vam Buernduorp, un se verlehrt auk nit, dat düese Gerüek noidiger es at de Pafüm ut Paris.
Dä annern Lü segget füör dat Duorp "Sup Sölle".

Wänn düese Naohm auk en lück biätter lut, sau gloivek ower keineswiägs, dat dat stemmen deit; dänn Supen roihert ümmer
van "Alkohol diäm Düwel" hiär, un diän könnt liese Söllerschen nit utstaohn; sei drinket leiwer van olltietshiär blaus
Branntewien un Beier. Schworas könnt se davon wuol en Emmer vull verdriägen, ower dat liet nit am Supen, at vielmiähr an
iähre droige Liäwer, wei se het, un do kann kein Mensche wat füör dat es Natur. Noch annern wier meint, dä drüdde Naohme
dräpe noch biätter tau: Heiden-Sölle, wiellen dat et kein Duorp in dä wiee Welt gäf, wo sau'n Kiärken-Düörein wüörn at in Sölle
un kein christliken Pastiauer siene Kuh drin sinnen könn.

Doch dat kann ek mi schlechterdings auk nit denken; dänn eistens stammt dä olle Satz "Kuorte Priäken un un lange
Mettwuörste hält de Lü gesund" van eim ollen Söllerschen Pastiauer: Fritz Brinkems, un tweddens het se in Sölle ne Straote
"Paradiesstraote" doipet, wänn se auk grade nit an de richtige Stier liet, wiellen dat ne Brantwien- briännerigge iähren Platz
do funnen hiet, ower siälig weren kann me auk da, auk vandage noch. Eint es siecker, de Söllerschen het ümmer en wahnen
Driev no'm Hiemmel un no de Siäligkeit.

Nu fraog ower mo eirst, wie alt dat Duorp wüör, dann segget se di: "Dusend Jaohr, drei Munat un veiertien Dage",
dat het se ut dei Baiker seihn; ower dä richtigen, dä kniedderollen Söllerschen segget stolt: "Sölle es ümmer wiäsen,
van Anbeginn dä Welt an, un dä Geschichte van Adam un Eva im Paradies hiet sik bi ues im Duorpe afspielt, süss hedde
uese olle Duopstraote nit vandage noch Paradiesstraote. Blauß dä Naohms van dä eirsten Menschen het se ues vertuschet,
dä hedden ni Adam un Eva, sunnern Hinnerk Schulte-Wuordelbuk un Cathrin Schulte-Reivenkamp.
Hei was ut Sölle un sei ut Asseln.

Quelle: Düet is dat Bauk van Schulte-Wuordelbuk - Geschrieben von Wilhelm Schleef.
Verlag G. Kleff, Dortmund-Aplerbeck 1938

In Sölle bin ek jo geboren !

(Ein Karnevals-Lied aus 1951 von Albert Schwenneker - nach der Melodie " In Kölle bin ich ja geboren"

Lied gesungen zum mithören

In Sölle bin ek jo geboren, in Sölle an derm Irmscherstrand.
Der Hergott hirt mi uterkoren - in Sölle bin ek wohl bekannt.
Ach jo, dat Sölle es en Dörpken, do geit et lustig, heiter tau,
wo do open Kiem es kiett ken Körfken, der find in Sölle siene Frau.

Und in dem Dorp sind scheune Stroaten, de all no Blaumen sind benannt.
De Blaumen de do drinnen waonet, dat sind de Mädels allesamt.
Oh Sölle, scheunet Heimatdörpken, im stillen trauten Irmscherdal,
gehörest jo tüm grauten Düörpen, van die te schwiegen wör fatal.

Auck giert et hie twei Brenneriggen, dä stellt sau scheune Draoppen her,
van dä te schlecken o Malleur, dat spört man jo woll eis noher.
O Bläsers Korn, o Edeldröpken, du häst den Daut mie angedorn.
Eck mat dann seiken jo mien Höfken, ek he dä Richtung blaus verlorn.

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